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Vor über 30 Jahren: Touchscreen-PC von HP

von veröffentlicht am29. Oktober 2014, 05:11 Uhr Kurzlink und Zitatlink einblenden
Kategorie Kategorie: Hardware   Translate with Google Translate Translate EN   Die angezeigte Seite drucken

Einen Touch-PC mit Microsoft-Betriebssystem hatte HP bereits vor über 30 Jahren im Programm. Nur wenige Jahre nachdem IBM mit dem “PC” den Urahn der Geräte vorgestellt hatte, die nun seit Jahrzehnten die IT dominieren, stellte HP Ende 1983 den “HP 150” vor: Einen Rechner unter MS-DOS, der mithilfe von Lichtschranken am Monitor Berührungen des Bildschirms erkennen und diese als Kommandos an Applikationen weiterreichen konnte.

Ausgestattet war der Rechner mit einer 8088-CPU von Intel mit 8 MHz und 256 KB Arbeitsspeicher. Es waren zwei 3,5-Zoll-Floppies eingebaut, die in diesem Rechner zum ersten Mal zum Einsatz kamen. Der 9-Zoll-Monitor hatte 720 × 378 Pixel. Optional konnte man das Gerät mit einer Festplatte oder einem eingebauten Thermodrucker bekommen. Das Betriebssystem war ein angepasstes MS-DOS 2.x von Microsoft, später auch DOS 3.20.

Die Touch-Auflösung war sehr grob, feiner als zwei Zeichen in Breite und höhe konnte sie nicht unterscheiden. Sie diente daher nur zur Auswahl von Kommandos, zeichnen oder Ähnliches konnte man damit nicht. Die Lichtschranke hatte Löcher im Rand des Monitors, die leicht zustaubten.  Eine überarbeitete Version hatte dies Problem nicht mehr, denn sie arbeitete mit Infrarot und abgedeckten Fensterchen, doch sie war nur eine Option, die von Kunden kaum gekauft wurde.

HP hat in seinem digitalen Produktmuseum noch einige Informationen zu dem System, einschließlich eines niedlichen Papier-Bastelbogens, mit dem man sich einen Modell-Würfel falten kann:

[HP Virtual Museum: Hewlett-Packard-150 Touchscreen Personal Computer with Hewlett-Packard 9121 Dual Drives, 1983]
http://www.hp.com/hpinfo/abouthp/histnfacts/museum/personalsystems/0031/index.html

Das US-Magazin Byte befasste sich im November 1984 ausführlich mit dem Gerät (ein Jahr nach Erscheinen – erstaunlich, wie lange man sich nach dem Erscheinen des Produkts damit Zeit ließ). Der Tester kommt dabei zu dem Schluss, dass die Touch-Bedienung ja schon ganz nett sei, aber so richtig wüsste er nicht, wozu man das braucht. – Es könnte glatt der Eindruck entstehen, dass die Geschichte sich wiederholt und Microsoft und seine Hardware-Partner wieder (oder immer noch) mit demselben Problem kämpfen. Hier der URL zu dem Magazin:

http://archive.org/stream/byte-magazine-1984-11/1984_11_BYTE_09-12_New_Chips#page/n267/mode/2up

In einer alten Ausgabe der Chip vom März 1984 (das Magazin war damals noch stärker “professionell” orientiert) fand ich diese Anzeige für den HP 150:

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