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Alte Hardware unter Windows Vista betreiben

von veröffentlicht am25. April 2007, 16:12 Uhr Kurzlink und Zitatlink einblenden
Kategorie Kategorie: Vista, Windows   Translate with Google Translate Translate EN   Die angezeigte Seite drucken
Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2014

Vista wird viel gescholten: Es gebe kaum Treiber, alte Hardware könne man nicht damit nutzen, und überhaupt sei ja alles unausgegoren und langsam. Offen gestanden, kann ich fast nichts davon aus eigener Erfahrung bestätigen. Jüngst konnte ich mit etwas Community-Hilfe sogar zwei scheinbar aussichtslose Fälle lösen und alte Hardware zur Mitarbeit bewegen – Comsumergeräte, keine High-End-Ware mit erweitertem Herstellersupport. Die Beschreibung ist vielleicht auch in anderen Fällen hilfreich.

Update Oktober 2007: Vor einigen Wochen hat Daniel Melanchthon auf seinem Blog eine Methode beschrieben, mit der sich geeignete Treiber für Geräte installieren lassen, die scheinbar nicht unterstützt werden – geeignet z.B. für NVIDIA-Grafikkarten: [.: Daniel Melanchthon :. : Manuelle Treiberinstallation in Windows Vista]
http://blogs.technet.com/dmelanchthon/archive/2007/08/03/manuelle-treiberinstallation-in-windows-vista.aspx

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, für meine Frau ein neues Notebook einzurichten. Das vorinstallierte Vista Home Premium ersetzte ich durch eine Ultimate-Vollversion, die ich bereits besaß. Das dauerte zwar eine ganze Weile, funktionierte aber erstaunlich problemlos.

Nachdem nun Ultimate lief, wollte Windows zunächst keine Töne mehr von sich geben – es sei kein Audiowiedergabegerät installiert. Das war glatt gelogen, und schließlich hatte es vorher auch funktioniert. Wie auch schon unter XP half ein alter Trick: Im Gerätemanager deinstallierte ich den Audiotreiber. Einmal neu starten, und Vista band das Gerät anstandslos wieder neu ein. Problem gelöst.

Nach einigen weiteren Änderungen wagte ich dann das angeblich Undenkbare: Zwei recht betagte Consumer-Geräte wollten angeschlossen werden. Das eine ein älterer Laserdrucker (Minolta PagePro 1200W), das andere ein noch älterer Scanner (Mustek ScanExpress 1200 UB). Der Drucker wurde am alten Rechner per LPT betrieben – diese Schnittstelle kennt das neue Notebook gar nicht. Glücklicherweise verfügt das Gerät auch über einen USB-Port – unüblich für ein preiswertes Gerät, aber umso praktischer.

Die Webseiten der Hersteller übten sich in Desillusionierung: Sowohl Konica-Minolta als auch Mustek weisen darauf hin, dass für diese Geräte keine Vista-Treiber vorhanden seien. Mustek behauptet gar, dass gar keins seiner Geräte mit Vista laufe. Kurzes Googeln macht Hoffnung auf Abhilfe. Wichtig in jedem Fall: Erst die Treiber einbinden, dann das Gerät einstöpseln.

Zunächst der Drucker: Er funktioniert anstandslos mit dem Treiber für Windows XP. Wenn man ihn gleich ausdrücklich mit Administratorrechten installiert, umgeht man auch das Problem, das Tippgeber Christian Stelzmann (http://www.christian-stelzmann.de/) am 22. Januar 2007 beschrieben hat. Nur den Druckerport von LPT auf USB umgestellt – läuft.

Etwas mehr Aufwand erfordert der Scanner, dessen Betrieb mir durch einen Forenbeitrag ermöglicht wurde (http://www.computing.net/hardware/wwwboard/forum/47429.html). Auch hier führt der Weg über den XP-Treiber (http://www.mustek.de/eng_/html/treiber/scanner_scanmagic_usb.htm – zum Download ist die Seriennummer an der Rückseite des Geräts nötig). Allerdings führt das Setup-Programm in die Irre, denn es behauptet, nur unter Windows 98 zu laufen. Blödsinn.

Der Trick ist folgender: Der erste Teil des Setup-Programms entpackt die Treiberdateien in einen temporären Ordner. Welcher das ist, lässt sich mit etwas Aufmerksamkeit aus den Statusmeldungen im Setupfenster erhaschen. Das hier diskutierte Exemplar nimmt schlauerweise den Temp-Ordner im Systemverzeichnis, sodass auch wieder explizite Administratorrechte nötig sind. Nach dem Entpacken fragt Setup, in welcher Sprache es fortfahren soll. Keine Antwort geben! Stattdessen den Explorer öffnen und den Inhalt des temporären Ordners (den man idealerweise zuvor gelöscht hat, um nicht zu viele Dateileichen mitzunehmen) in einen anderen Ordner kopieren. Nun das Setup-Programm abbrechen. Danach kann man den Scanner einstöpseln. Windows bietet an, nach den Treibern zu suchen. Hier die manuelle Variante wählen und den Ordner mit den kopierten Treiberdateien auswählen. Windows installiert – fertig. Scanner läuft. (Unter Vista sieht das TWAIN-Fenster sogar deutlich besser aus als unter XP.) Dank der Registry- und Dateisystemvirtualisierung können sogar „einfache“ Benutzer den Scanner ohne weitere Umstände nutzen – unter XP mussten erst noch Berechtigungen auf einem Systemordner angepasst werden (tolle Treiber, die Mustek da gebaut hat).

Fazit hier: Mit ein wenig Trickserei und den richtigen Suchbegriffen lassen sich auch unter Vista viele Probleme gut lösen. Die Neubeschaffung von Hardware kann unnötig sein – auch bei vorhandenen Billiggeräten.

(Zu diesem Thema vgl. auch: http://blogs.technet.com/dmelanchthon/archive/2007/01/02/windows-fax-und-scan-erkennt-meinen-scanner-nicht.aspx)

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