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Samsung-Tablet ATIV smart PC Pro

von veröffentlicht am6. Februar 2013, 06:25 Uhr Kurzlink und Zitatlink einblenden
Kategorie Kategorie: Hardware, Mobiles Computing, Windows 8   Translate with Google Translate Translate EN   Die angezeigte Seite drucken

WP_000371In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig mit Samsungs Windows-Tablet ATIV smart PC Pro XE700T1C (wer denkt sich solche Namen aus?!) zu beschäftigen. Hier folgen ein paar subjektive Eindrücke dazu.

Bei diesem ATIV-Tablet handelt es sich um das “größte” Gerät: Es ist kein ARM-Tablet, sondern ein “vollwertiger” PC mit Intel-Core-i5-CPU und Windows 8 Pro. Die übrige Hardware-Ausstattung befindet sich durchaus auf Notebook-Niveau: 128-GB-SSD, UMTS eingebaut, USB 3.0 und ein paar weitere Schmankerl. Dank des “echten” Windows 8 wird (nahezu) jede Windows-Software dort laufen. Daher war das Betriebssystem weniger im Fokus.

Die Hardware: Das Gerät als ganzes

Das ATIV Pro ist verdammt schwer. Ohne Tastatur-Dock bringt es 902 Gramm auf die Waage. Die Tastatur fügt dann noch mal über 700 Gramm (!) hinzu, sodass das Gespann dann bei 1672 Gramm liegt. Dabei enthält die Tastatur nicht (wie bei anderen Fabrikaten) einen zusätzlichen Akku, sondern vermutlich nur eine Beschwerung, damit das Konstrukt nicht ganz so leicht umkippt. Zum Vergleich: Mein “echtes” Notebook wiegt gerade mal 500 Gramm mehr …

Das Netzteil ist schön leicht und klein, hat aber leider einen Kleeblatt-Stecker – sonst könnte man glatt darüber nachdenken, das Steckerkabel auch daheimzulassen, sowas liegt ja oft noch irgendwo bereit. Ganz schlecht gelöst ist die Ladebuchse am Gerät: Sie befindet sich nämlich unten am Tablet, wird also vom Tastatur-Dock verdeckt. Lädt man das Gerät ohne Tastatur und will diese dann anklemmen, heißt das umstöpseln. Lädt man das Gerät über die zweite Buchse am Dock, dann unterbricht der Ladevorgang, wenn man das Tablet rausnimmt. Was sich die Designer wohl dabei gedacht haben?!

Während die als Dock ansteckbare Tastatur auf den ersten Blick robust wirkt, ist sie auf den zweiten klobig und klapprig. Das Tablet mit Dock sieht nicht mehr nach Tablet aus, sondern nach unförmigem Notebook. Das Design hat Samsung seltsamerweise komplett verschlampt: Nicht nur ist die Formensprache sehr plump, sondern es sind auch noch Lüftungsgitter, Aufkleber mit Seriennummern und technische Beschriftungen auf beiden (!) Seiten. Mit einem Wort: Hässlich.

WP_000372Die Tastatur hebt das Gerät hinten an, wenn man sie aufklappt. Das macht die Konstruktion wacklig und klapprig. Der maximale Öffnungswinkel ist begrenzt, damit die Chose nicht dauernd nach hinten kippt. Dagegenkommen sollte man trotzdem nicht, denn dann kippt es doch. Stellt man das Gerät dann auf den Tisch, ist die Neigung des Displays zu gering, auf die Dauer sitzt man so unbequem, weil man den Kopf runterhält. Da das Scharnier nicht richtig stabil wirkt, könnte es auch durchaus brechen.

Die Tastatur ist erstaunlich schwer und fummelig zu öffnen. Auch die Tasten selbst wirken klapprig. Das Tippen ist für kurze Zeit vertretbar, weil das Tastenraster fast in üblicher Größe ist. Die Tasten haben aber nur sehr geringen Hub, was für längeres Tippen unangenehm ist – angenehmer als das TouchCover des Surface ist es zum Tippen allemal, dafür ist jenes schicker. Das Trackpad hat keine Tasten, sondern es klickt per Druck – gerade beim Rechtsklick klappt das nicht besonders gut.

Das Scharnier verdeckt den Windows-Knopf am Tablet. Im Scharnier ist eine mechanische Taste zum Lösen des Tablets, die aussieht wie ein Netzschalter. Verwirrend und gewöhnungsbedürftig. Die Mechanik zum Trennen und Verbinden der beiden Teile ist recht fummelig. Spricht alles nicht für ein durchdachtes Design.

Display und Stift

Das Display macht einen ganz guten Eindruck, gegen das “Referenz-Display” des Surface habe ich es aber nicht getestet. Natürlich spiegelt es, was bei kapazitativem Touch ja üblich ist.

Das Gerät hat neben dem kapazitiven Touch auch einen Digitizer, ist also auch für Stiftbedienung geeignet. Der mitgelieferte Stift funktioniert gut, ist aber sehr kurz. Längere Zeit wird man damit nicht arbeiten können.

Die Möglichkeit, mit einem Stift zu arbeiten, ist der eigentliche Clou vieler höherwertiger Tablets. Dabei wird man den Stift nicht für die Bedienung nutzen, sondern tatsächlich zum Schreiben und zeichnen. Mit den richtigen Apps dazu ist das sehr praktikabel und macht sogar Spaß. Notizen und Skizzen in Sitzungen oder Präsentationen werden so eine brauchbare Methode. Auch für “richtiges Zeichnen” dürfte sich die Technik aber gut eignen. Die Reaktion und Präzision des Stifts machen einen guten Eindruck. Dabei hängt es aber offenbar auch von der jeweiligen App ab, wie gut sie die erzeugten Striche dann umsetzt.

Da Windows 8 über eine eingebaute Handschrifterkennung verfügt (die noch besser ist als bei Windows 7), kann man auch “richtige” Texte mit der Hand schreiben. Ein Eingabefeld dafür kann man über jede Applikation blenden, sodass man nicht auf spezielle Programme angewiesen ist, sondern fast überall Texte kritzeln kann. Als Rohtext-Eingabe auf jeden Fall praktikabel.

Die Trennung von Hand und Stift gelingt gut. Man kann beim Schreiben die Hand auf das Display auflegen.

Dummerweise zeigen sich die Designfehler des Docks auch beim Stift: Hat man das Dock angehängt, kommt man an den Stift nur noch schlecht ran. Steht das Gerät auf dem Tisch, wird es noch schlechter.

Die Kameras sind übrigens beide schlecht. Nein, sind sie nicht. Sie sind sehr schlecht.

Betrieb

Man merkt es schnell: Es handelt sich nicht um ein “reinrassiges” Tablet, sondern um einen PC mit Notebook-Technik im Tablet-Format. Es gibt erhebliche Wärmeentwicklung und einen Lüfter, der sich durchaus häufiger Gehör verschafft. Für ein Tablet ist der Lüfter erstaunlich aufdringlich.

Samsung hat ein paar Konfigurationsprogramme mitgeliefert, die sich nicht in die Einstellungs-Funktionen von Windows 8 integrieren. Das erinnert an alte PC-Zeiten und sollte bei so einem Gerät nicht sein. Viele Anwender wird es auch verwirren, Einstellungen an getrennten Stellen vornehmen zu müssen.

Fazit

Wenn es ein Hybrid-Tablet sein soll, bei dem es wichtig ist, dass man “echte” Windows-Software installieren und nutzen kann, dann ist das ATIV smart PC Pro sicher interessant. Es bildet eine recht gelungene Kombination aus Tablet und Fast-Notebook. Leider trüben ein paar ärgerliche Design-Patzer das Bild, die man von Samsung nicht erwartet: Schick ist anders.

Richtig klasse ist die Doppel-Touch-Bedienung mit Finger- und Stiftnutzung. Das ermöglicht sehr flexibles Arbeiten auch mit Notizen und Ad-hoc-Skizzen. Mit den richtigen Apps und Programmen wird das Spaß machen.

Bleiben das unglaublich hohe Gewicht und der unglaublich hohe Preis von aktuell fast 1.500 Euro …

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