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Buch: “Hyper-V Best Practices”

von veröffentlicht am5. Januar 2015, 06:45 Uhr Kurzlink und Zitatlink einblenden
Kategorie Kategorie: Literatur, Virtualisierung, Windows Server 2012 R2   Translate with Google Translate Translate EN   Die angezeigte Seite drucken

imageDer MVP-Kollege Benedict Berger hat jetzt sein Buch “Hyper-V Best Practices” veröffentlicht. Es ist bei Packt Publishing auf Englisch erschienen und als E-Book und als Paperback im Handel erhältlich.

Im Gegensatz zu vielen IT-Folianten erstreckt sich das Werk über 172 Seiten, ist also sehr kompakt. Das bedeutet aber nicht, dass wenig drinstecken würde: Bewusst hat Benedict sich auf wichtige Empfehlungen und Praxiserfahrungen für Hyper-V konzentriert und lässt die Grundlagen des Systems weitgehend aus. Damit richtet sich das Buch vor allem an erfahrene Windows-Administratoren, die bereits Erfahrungen mit Hyper-V haben.

Jedes Kapitel leitet der Autor mit einem kurzen Zitat eines Hyper-V-Experten aus der Community ein. Das scheint sich zu einer schönen Tradition für solche Bücher zu entwickeln. Es verleiht dem Text einen persönlichen Touch, und der Leser lernt auf diese Weise einige wichtige Namen aus der Branche kennen. Einige der Zitierten haben das Manuskript auch fachlich begutachtet, sodass man sich auf das Beschriebene gut verlassen kann. Einen besonderen Promi hat Benedict mit Ben Armstrong für Rückmeldungen gewonnen – seines Zeichens der Program Manager, der bei Microsoft für Hyper-V verantwortlich ist.

Den roten Faden der Darstellung bildet eine Beispiel-Implementierung für ein leistungsfähiges und ausfallsicheres Virtualisierungssystem. In gut gegliederten Schritten geht Benedict die typischen Phasen einer Hyper-V-Installation durch. Hier wäre zu Beginn des Buchs ein kurzer Überblick über das System, das er aufbauen will, sicher hilfreich gewesen. Dann hätte man auch besser erkennen können, inwieweit es sich um ein Beispiel handelt, von dem man im konkreten Fall abweichen kann oder sollte. Doch auch so lässt sich gut nachvollziehen, was er jeweils vorhat. Der Kürze des Buchs ist sicher auch geschuldet, dass Benedict eingangs zwar (zu Recht) darauf hinweist, wie wichtig eine umfassende Planung ist, die sich am konkreten Bedarf des Unternehmens orientiert. Die eigentlichen Design-Schritte überspringt er dann aber, um gleich ans Eingemachte zu gehen. Da der Umfang des Textes so sehr gut überschaubar ist, ist dieser Kompromiss aber in Ordnung.

Der Wert von “Hyper-V Best Practices” entsteht vor allem durch die sehr konkreten Hinweise und Empfehlungen zum Sizing und zum Einrichten der Hardware. Dabei macht Benedict nicht beim eigentlichen Server Halt, sondern beschreibt auch die Stärken und Schwächen verschiedener Speichersysteme und Anforderungen an das Netzwerk. Viele praxiserprobte Hinweise zur Detailkonfiguration runden diese Teile des Buches gelungen ab. Pfiffig ist, dass die Darstellung sich primär an der Powershell orientiert und die “Klickwege” in der grafischen Oberfläche nur hier und da als Ergänzung aufführt. Damit unterstreicht das Buch seinen professionellen Anspruch und gibt gleichzeitig eine gute Orientierung, wie man die jeweiligen Vorgänge skriptgesteuert umsetzen kann.

Es lohnt sich, das Buch komplett zu lesen und nicht nur Einzelheiten nachzuschlagen. An manchen Stellen streut der Autor wichtige Tipps quasi nebenbei ein, sodass man sie beim flüchtigen Lesen leicht übersehen könnte. Hier und da würde man sich auch die eine oder andere Begründung etwas ausführlicher wünschen, und vereinzelt ist schwer erkennbar, ob eine Angabe eine “harte” Notwendigkeit oder eine Empfehlung für bestimmte Situationen ist. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau: Wie gesagt, besteht der Vorteil der knappen Darstellung in einem gut handhabbaren Buch.

“Hyper-V Best Practices” empfiehlt sich damit für Virtualisierungs-Admins, die ihrer Hyper-V-Umgebung technischen Schliff verleihen und Stolperfallen umgehen wollen.

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