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Wie werde ich lokaler Administrator?

von veröffentlicht am2. Oktober 2009, 07:18 Uhr Kurzlink und Zitatlink einblenden
Kategorie Kategorie: Sicherheit, Windows   Translate with Google Translate Translate EN   Die angezeigte Seite drucken
Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2011

Oder auch: Wie mache ich mich als Benutzer selbst zum Admin?

Offline-Angriffe auf das System mit einer WinPE-, einer Linux-Boot-CD oder dem Microsoft-eigenen DaRT kann jeder, das ist langweilig. Ich mach mich zum Admin und bleibe in meinem Benutzerkontext.

Warum kann ich das? Weil der Admin nicht aufgepasst hat oder weil ich miese Software einsetze. (Siehe auch TROST-(Tja, Rein Optisch Super Tool)-Preis)

Ein wenig Hintergrundinformation

Das Benutzerkonzept von Microsoft ist da sehr eindeutig: Nur Administratoren oder gleichwertige Konten können Benutzer in die Gruppe der Administratoren aufnehmen. Hauptbenutzer können maximal neue Hauptbenutzer erstellen, allerdings gibt es ab Windows 7 diese Gruppe nicht mehr.

Genaugenommen waren und sind Hauptbenutzer nur Benutzer, die etwas mehr dürfen als der normale Standardbenutzer. Sie dürfen z.B.: in %programfiles%, %systemroot% und HKLM\Software ändern. Gewähre ich diese Rechte einem Benutzer, dann ist er praktisch Hauptbenutzer, ohne dass er explizit in die Gruppe der Hauptbenutzer aufgenommen wurde.

Die wichtigste Frage vorweg:

Wie kann ich mich als normaler Standardbenutzer zum Administrator machen?

Antwort: Aus eigener Kraft erst mal gar nicht. Zum Glück. Dann würden ja sämtliche Sicherheitskonzepte zusammenbrechen. Das darf nicht gehen. Aber: es geht doch, wenn …

Klären wir das „wenn“ und die Bedingungen, die ich brauche.

Einziger Weg und damit die Lösung:

Ich brauche einen Account, ein Konto, das über die notwendigen Rechte verfügt und am Besten wäre es, wenn es keiner mitkriegt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Ich erstelle eine eigene EXE-Datei (Scripte würden auch gehen, aber Executable hat Vorteile), die mich zum lokalen Admin machen kann.
„net localgroup Administratoren MeineDom\MeinBenutzer /add“ in einer EXE verpackt reicht völlig aus.

Eine eigene EXE zu erstellen, ist nun wirklich keine Herausforderung, man nehme z.B. AutoIT:

—– admin.aut —–
Run („net localgroup Administratoren MeineDom\MeinBenutzer /add,““,@SW_HIDE)
—– admin.aut —–

2. Ich ersetze die Programm-EXE eines Dienstes mit meiner EXE

Im Falle eines Dienstes muss ich abgesichert starten, denn dann ist der Dienst nicht aktiv und kann ausgetauscht werden. Im laufenden Betrieb darf ihn ja nur ein Admin stoppen.

3. Das System startet neu, startet den Dienst mit meiner EXE und führt diese mit SYSTEM-Rechten und damit VOLLZUGRIFF auf dem Rechner aus.

3b. Alternativ nutze ich keinen Dienst, sondern ein Programm auf dem Rechner, das regelmäßig auch von einem Administrator verwendet wird.

Nenne meine EXE wie das Programm, benenne die orginale um, dann sollte ich unbedingt zu dem obigen Code noch eine zweite Zeile packen, die das Programm selber startet …

Hm … sollte das so einfach sein? Wo ist der Haken?

Der Haken ist:
Ich habe als Benutzer keine Schreibrechte an Programmen und Diensten. Ohne Schreibrechte kann ich die EXE nicht austauschen. Mein System ist also vor dem Angriff sicher.

Die Schreibrechte kann ich mir selber nicht gewähren. Das kann nur ein Konto, das dazu berechtigt ist.

Das Problem und der Haken sind also die Schreibrechte, die ich benötige.

Sicherheitsloch Nr.1: Hauptbenutzer

Wer als Administrator mit Hauptbenutzern arbeitet, hat praktisch schon alle Bedingungen erfüllt. Denn ich habe in allen relevanten Systemordnern und sogar der Registry per Design Schreibrechte.

Sicherheitsloch Nr.2: Programme, die nicht als Benutzer laufen

Ein erneuter Hinweis auf TROST-(Tja, Rein Optisch Super Tool)-Preis

Damit ein normaler Benutzer schlecht programmierte Programme ausführen kann, muss ich als Administrator oft zusätzliche NTFS-Berechtigungen definieren. In den seltensten Fällen aber macht sich der Administrator die Arbeit, es „feingranular“ auf eine einzelne Datei runterzubrechen. Meist kommt die Holzhammermethode zum Einsatz und das Streuprinzip „Viel hilft viel“. Der ganze Ordner %programfiles%\NamederAnwendung  wird mit ändern Rechten bestückt. Oft ist das auch gar nicht anders möglich. Da sind wir auf die Wilkür des Entwicklers angewiesen, der sich dort ausgetobt hat.

Es kann manchmal nur eine Konfigurationsdatei sein, ich habe aber auch schon temporäre Dateien und Ordner dort gefunden … als ob %temp% nicht existieren würde.

Am Ende habe ich das Dilemma: Ich gewähre Schreibrechte an einer ausführbaren Datei, die unter %programfiles% liegt, in einem Pfad, der eigentlich per Definition als sicher gilt, da eben ein Benutzer dort NICHT schreiben darf.

Wenn ich als Benutzer meine EXE ausführe, die ich anstelle des Programms hinterlegt habe, läuft sie logischerweise ins Leere. Der Befehl ergibt ein “Zugriff verweigert”. Im Gegensatz zum Dienst, der ja mit SYSTEM-Rechten läuft. Wie kann ich also nun diese Datei mit Adminrechten ausführen?

Ich als Benutzer gar nicht. Aber dafür gibt es ja den Level-1-Support und meine netten Helfer-Kollegen.

Ich rufe dort an und melde ein Problem mit dem besagten Programm und sage den Jungs, es wäre nett, wenn sie sich das mal in der Mittagspause anschauen könnten, dann könnten sie an mein System ran.

Was wird normalerweise passieren? Der Helfer wird sich mit seinem Admin-Account an meinem System anmelden und das Programm starten. Er wird feststellen, dass alles funktioniert und mich für einen Idioten halten, denn bei ihm geht’s. Freundlicherweise hat er gerade mit seinen Berechtigungen meine EXE ausgeführt, das weiß er aber nicht, denn wer schaut sich schon die Eigenschaften einer ausführbaren Datei an – und wenn: Wer kennt schon die Eigenschaften der Orginale? Er wird mal wieder auf die Anwender fluchen und mir nach meiner Mittagspause mitteilen, dass ich das „Problem“ mal bitte beobachten möge, er kann nichts feststellen. Ich bedanke mich freundlich, lasse ein paar Sätze über okkultes PC.Verhalten und Eigenleben fallen und alles ist gut.

Der Supporter geht weg, ich bin Admin.

Fazit:

Bin ich Hauptbenutzer, bin ich Admin.

Kann ich einen Dienst manipulieren bin ich beim nächsten Neustart Administrator.

Habe ich nur ein Programm zur Manipulation, bin ich Administrator, muss aber etwas Zeit mitbringen.

 

(Zuerst publiziert unter: http://www.gruppenrichtlinien.de/index.html?/HowTo/Wie_werde_ich_lokaler_Administrator.htm)

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